OB-Wahl in Ravensburg: +++Geheimniskrämerei+++Informations-Sperre+++Fridi Miller?+++Was stimmt, was nicht?+++und zwei zusätzliche Anwärter/innen auf das Amt...
Bekanntlich soll am 8. März 2026 (eventuelle Stichwahl am 22. März) der neue, oder alte Oberbürgermeister für Ravensburg gewählt bzw. wiedergewählt werden. Diese Wahl findet parallel zu den am selben Tag stattfindenden Landtagswahlen statt.
Anmerkung: Auf meiner Wahlbenachrichtigung, die am Wochenende in meinem Briefkasten landete, ist tatsächlich der Termin für eine eventuelle Stichwahl angegeben. Die kann aber nur stattfinden, wenn es mindestens drei Kandidat/innen für die erste Wahl geben sollte ...
Heute, am 9. Februar 2026, 18 Uhr, ist der Bewerbungsschluss für eventuelle Mitkandidat/innen. Bisher war vor Wochen öffentlich "nur" bekanntgegeben worden, dass OB Herr Dr. Daniel Rapp sich zur Wiederwahl stellt. Die "Schwäbische Zeitung" (SZ) kommentierte und lancierte nach meinem persönlichen Lesegefühl in diesem Zusammenhang auch mehrmals, dass Ravensburg keine Mitbewerber/innen benötige, da es mit Rapp sehr gut aufgestellt sei.
Nun wollte ich als Bürger wissen, ob sich bis dato (heute Vormittag gegen 10:40 Uhr) ein Gegenkandidat oder eine Gegenkandidatin beim Wahlamt gemeldet hat. Deshalb rief ich das städtische Wahlamt auch an. Dort wurde mir auf die entsprechenden Fragen die Auskunft darüber verweigert. Dabei wollte ich keine Namen, sondern nur ein Ja oder Nein dazu, ob Bürger oder Bürgerinnen ihr "Handtuch in den Ring" geworfen haben. Über formale Zulassung wollte ich nichts wissen.
Vor heute 18 Uhr gäbe es weder an mich - und auf meine Nachfrage - auch nicht an die SZ von der Wahlamtsmitarbeiterin oder der Ravensburger Stadtverwaltung allgemein darüber eine Auskunft. Damit war ich keinesfalls einverstanden und schrieb eine entsprechende Mail an die drei Bürgermeister, viele Gemeinderäte und die SZ.
Ich rief auch vor Absenden der Mail bei einer entscheidenden Stelle in der Redaktion der SZ an und erkundigte mich, ob man/frau dort tatsächlich nichts wisse. "Nein", hieß es, es würde von der Stadt erst Auskünfte nach 18 Uhr geben und man/frau würde in der morgigen SZ-Ausgabe darüber berichten. Das habe ich dann für bare Münze genommen.
Ein Stadtrat teilte mir sinngemäß schriftlich mit, dass heute der Wahlausschuss tagt, um Formalitäten zu prüfen, und erst dann werde es auch für die Gemeinderäte bekannt.
Also, wenn Formalitäten geprüft werden müssen, dann sicher nicht die des amtierenden OB, sondern die der "Neueinsteiger" - so jedenfalls denke ich persönlich.
Doch die Spitze des Eisberges Kraters kommt noch. In einem Gespräch mit einem Normalbürger konnte ich nach all diesen Informationsversuchen heute erfahren, dass es tatsächlich - und das nicht erst seit heute - zwei Mitbewerber/innen für das Oberbürgermeisteramt in Ravensburg gibt. Und diese sichere Information kommt direkt aus dem Gemeinderat (Quellschutz). Offen - so die Informationen - dabei ist, ob die gesetzlich vorgeschriebenen Formalitäten der Mitbewerber auch erfüllt sind. Das müsse (siehe oben) noch geprüft werden und sei auch bi den Kandidat/innen etwas fragil.
Also ist der Ravensburger Gemeinderat - wenn vermutlich auch nur in Teilen - schon vor der Tagung des Wahlausschusses informiert. Um dem "ja aber" gleich den Südwestwind aus den Segeln zu nehmen: Ein Stadtrat ist bei solchen Angelegenheiten nie nicht nur privat, sondern immer auch Amtsträger.
Es ist schon verwunderlich frappierend, dass die Ravensburger Stadtverwaltung diesbezüglich (es gibt zwei Bewerber, aber ihre Zulassung muss noch geprüft werden) nicht schon vor Tagen und Wochen diese Information an die Zeitung (SZ) weitergegeben hat, wo sie doch sonst so überschwänglich news-transportierend in diese Richtung ist. Und schon fast sträflich ist es, dass die hiesige Zeitung deshalb die Öffentlichkeit darüber nicht informieren konnte.
Denken wir nur an vor acht Jahren, wo Fridi Miller aus Sindelfingen gegen OB Rapp antrat und gefühlt jeden Tag (vor? und nach ihrer Zulassung) von ihr in der SZ berichtet wurde. Auch heuer will sie Oberbürgermeisterin in Böblingen werden und der "Böblinger Bote" berichtete bereits Mitte Januar 2026 darüber.
Will es Fridi Miller womöglich auch in Ravensburg versuchen, doch wird ein mächtiger Mantel des Schweigens darüber gelegt? Das allerdings frage ich mich persönlich nun doch und gebe diese Frage hier weiter.
Gerade das gehört doch zu einem intakten gesellschaftlichen Leben dazu (siehe weiter unten). Doch - und das ist meine persönliche Meinung, aber zusätzlich auch die anderer - im Umfeld des Regierenden scheint man/frau nervös zu sein und tut alles, um die Wiederwahl des Dr. Rapp zu garantieren. Wozu sonst diese Geheimniskrämerei? Wozu sonst die Informationsbremse? Ich hatte - weder gegenüber dem Wahlamt noch gegenüber der SZ - nach zugelassenen Kandidaten gefragt, sondern danach, ob sich Bürger/innen zur Kandidatur beim Wahlamt gemeldet haben. Solche bezeichne ich als "Anwärter/innen" für das OB-Amt.
Öffentlichkeit und Vertrauen sollten die Grundpfeiler kommunaler Demokratie sein. Wenn Bürgerinnen und Bürger den Eindruck gewinnen, Informationen würden selektiv zurückgehalten, schwächt das das Vertrauen in Verwaltung und eventuell auch Medien. Transparente Abläufe fördern faire Wettbewerbsbedingungen für Kandidatinnen und Kandidaten und ermöglichen sachliche öffentliche Debatten.
Formale Prüfungen durch Wahlausschüsse sind normal und notwendig. Sie dienen dazu, die Zulässigkeit von Kandidaturen rechtlich zu klären. Gleichzeitig ist zwischen dem rechtlichen Prüfprozess und der kommunikativen Praxis zu unterscheiden. Die Prüfung kann intern stattfinden, ohne dass sofort alle Details veröffentlicht werden müssen, aber die Stadtverwaltung sollte erklären, wie und wann sie informiert.
Meine Kritik an dieser Causa scheint mir legitim zu sein. Der Wunsch nach frühzeitiger, klarer Information ist nachvollziehbar und demokratisch begründet. Wenn Bürger nur ein Ja/Nein zur Frage nach eingegangenen Bewerbungen erfragen und diese Auskunft verweigert wird, wirkt das unnötig verschlossen.
Transparenz sollte kein Luxus sein, sondern eine Erwartung in einer funktionierenden Kommune. Verwaltung und Medien sollten offenlegen, welche Regeln und Zeitpläne für Bekanntgaben gelten (was aber in diesem Fall bisher nicht geschehen ist), damit Bürgerinnen und Bürger die Abläufe nachvollziehen können.