🎞🎬 OB-Wahlkampf: Die "sieben Gesichter" der Stadt Ravensburg - Gesehen durch die Linse der ganzen Wahrheit
Stefan Weinert, Blogger und Regie-Assistent
Der Versuch einer Wahrheitsfindung - aus sieben Perspektiven
Es gibt Städte, die wirken auf den ersten Blick unschuldig - hinter alten Mauern, mit Weinreben bewachsen, wie Ravensburg an der Schussen, die sukzessive de-ökonomisiert wird, wie zuletzt durch den "Schussenpark". Ein Ort mit Fachwerk, Kirchturm und Marktständen, die seit Jahrzehnten an denselben Stellen zu stehen scheinen. Eine Stadt, die sich selbst gern als ruhig, vernünftig und bodenständig beschreibt. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Unter der Oberfläche brodelt es. Nicht laut - außer an der Fasnet und am Rutenfest und in der Nacht auf dem südlichen Marienplatz. Ravensburg ist ein Ort, an dem Menschen ringen: um Ideen, um Einfluss, um Anerkennung, um Zukunft. Und manchmal auch um sich selbst.
Vielleicht ist es kein Zufall, dass gerade hier ein filmisches Universum entstehen könnte, das sieben Genres umfasst und doch ein einziges Thema hat: die Frage, wie eine Gemeinschaft funktioniert, wenn fünf sehr unterschiedliche Männer — der Oberbürgermeister-Amtsinhaber, der Klimaaktivist, der coole Typ, der Träumer - jeweils als OB-Herausforderer - und der Strippenzieher — in denselben Strudel geraten. Jeder Film zeigt eine andere Welt, eine andere Perspektive, eine andere Wahrheit. Und doch erzählen sie alle dieselbe Geschichte: die von Ravensburg, einer Stadt, die sich selbst sucht.
I. Das Drama – Die leisen Risse im PflasterBeginnen will ich mit dem Drama, jenem Genre, das am nächsten an der Realität liegt. „Die Stille über dem Marienplatz“ zeigt Ravensburg als verletzliche Stadt. Nicht zerstört, nicht zerrissen — aber irritiert. Der OB-Wahlkampf wird zur Projektionsfläche für Ängste, Hoffnungen und Enttäuschungen. Der Amtsinhaber trägt die Last der Verantwortung, der Klimaaktivist die Last der Erwartungen, der coole Typ die Last der Gelassenheit, der Träumer die Last seiner Visionen und der Strippenzieher die Last seines Wissens.
Es ist ein Film der Zwischentöne. Kein Skandal, kein Knall, kein Verrat. Nur Menschen, die aneinander vorbeireden, weil sie glauben, einander längst verstanden zu haben. Ein Drama, das zeigt, wie dünn die Haut einer Gemeinschaft sein kann — und wie schnell sie reißt, wenn niemand mehr zuhört.
II. Der Actionfilm – Wenn Ravensburg "brennt"Dann der Actionfilm. Er ist das Gegenstück zum Drama: laut, schnell, überzeichnet. Und doch erzählt er dieselbe Geschichte — nur mit Explosionen, Drohnen und nächtlichen Verfolgungsjagden über den Dächern von Ravensburg
Die mysteriöse Gruppe „Die Erneuerer“ destabilisiert die Stadt. Der Amtsinhaber wird gejagt, der Klimaaktivist verdächtigt, der coole Typ verstrickt, der Träumer erkennt Muster und der Strippenzieher bewegt sich wie ein Phantom durch die Hinterzimmer der Macht.
Natürlich ist das übertrieben. Natürlich würde in Ravensburg niemand über Dächer rennen. Aber der Film zeigt eine Wahrheit, die im Drama nur angedeutet wird: dass Konflikte eskalieren können, wenn niemand mehr weiß, wer Freund und wer Feind ist. Und dass selbst die ruhigsten Städte brennen können — wenn auch nur metaphorisch.
III. Der Krimi – Die Schatten im Archiv„Der Schatten im Schussental“ führt uns in die Tiefe. In die Archive, in die Keller, in die vergessenen Räume der Stadt. Der Krimi ist das Genre der Fragen: Wer wusste was? Wer hat warum geschwiegen? Wer profitiert?
Die fünf Männer werden zu Ermittlern wider Willen. Der Amtsinhaber verteidigt seine Integrität, der Klimaaktivist seine Glaubwürdigkeit, der coole Typ sucht nach Zusammenhängen, der Träumer erinnert sich an Details, die niemand ernst nimmt, und der Strippenzieher bleibt undurchsichtig wie ein Nebel über dem Fluss.
Der Krimi zeigt Ravensburg als Stadt der Geheimnisse. Nicht der groĂźen, sondern der kleinen. Der Krimi sagt: Jede Stadt hat ihre Schatten. Und manchmal reicht ein Funke, um sie sichtbar zu machen.
IV. Die Zeitreise – Drei Zukünfte und eine Vergangenheit„Ravensburg 2040“ ist der philosophischste Film des Universums. Er zeigt, dass Zukunft nicht feststeht — sondern aus Entscheidungen entsteht.
Der Amtsinhaber sieht eine perfekte Stadt. Der Klimaaktivist sieht einen utopischen, aber fragilen Ort. Der coole Typ eine chaotische Kommune, die versucht, ehrlicher zu werden. Der Träumer erkennt die Bedeutung kleiner Gesten. Und der Strippenzieher reist in die Vergangenheit und versteht, dass die Wurzeln heutiger Konflikte oft Jahrzehnte alt sind.
Die Zeitreise ist ein Spiegel: Sie zeigt, dass jede Vision ihre Schatten hat — und jede Angst ihre Berechtigung. Und dass die Zukunft nicht von Maschinen, Algorithmen oder Schicksal gemacht wird, sondern von Menschen, die miteinander reden oder schweigen.
V. Der Piratenfilm – Die Freibeuter vom SchussenstromDer Piratenfilm ist das humorvollste Kapitel des Universums. Er nimmt die Konflikte der Stadt und verwandelt sie in ein Abenteuer voller Nebel, Stromschnellen und Schatzkarten.
Der Amtsinhaber wird zum Kapitän, der Klimaaktivist zum rebellischen Freibeuter, der coole Typ zum Diplomaten der Flotte, der Träumer zum Navigator der Sterne und der Strippenzieher zum "Ghost of the ship", der mehr weiß, als er sagt.
Der Schatz ist kein Gold, sondern Wissen. Und der Film sagt: Macht ist nichts wert, wenn sie nicht mit dem Volk geteilt wird. Ein leichter Film — aber mit einer klaren Botschaft.
VI. Der Politthriller – Die Macht im SchattenDer Politthriller ist das düsterste Kapitel. Er zeigt Ravensburg als Stadt, in der unsichtbare Netzwerke wirken, in der Daten manipuliert, Menschen diffamiert und Entscheidungen beeinflusst werden.
Der Amtsinhaber wird destabilisiert. Der Klimaaktivist wird instrumentalisiert. Der coole Typ wird zum Informanten. Der Träumer wird zum Zeugen. Der Strippenzieher wird zur Schlüsselfigur — oder zum Verdächtigen.
Der Thriller sagt: Demokratie ist verletzlich. Und sie braucht Menschen, die hinschauen.
VII. Der Liebesfilm – Herzen über RavensburgUnd dann, als Gegenpol zu all dem, der Liebesfilm. „Herzen über Rabenfels“ zeigt, dass selbst in Zeiten politischer Turbulenzen das Herz seinen eigenen Weg findet.
Fünf Männer, fünf Liebesgeschichten, fünf Arten, verletzlich zu sein. Der Amtsinhaber entdeckt Sehnsucht. Der Klimaaktivist erlebt Leidenschaft. Der coole Typ findet Zärtlichkeit. Der Träumer findet Verständnis. Der Strippenzieher findet eine zweite Chance.
Der Liebesfilm sagt: Politik ist laut. Liebe ist leise. Und manchmal ist das Leise das Wichtigste.
VIII. Das gemeinsame Universum – Was die sieben Filme wirklich erzählenWenn man die sieben Filme zusammen betrachtet, entsteht ein Bild, das größer ist als jedes einzelne Genre. Ein Bild von Ravensburg — und von jeder Stadt, die sich selbst sucht.
Die fünf Männer sind keine Helden. Sie sind Archetypen:
Der Amtsinhaber steht fĂĽr Verantwortung.
Der Klimaaktivist für Veränderung.
Der coole Typ fĂĽr Vernunft.
Der Träumer für Hoffnung.
Der Strippenzieher fĂĽr "Erfahrung" und wirkliche Macht.
In jedem Film geraten sie in dieselben Konflikte — nur anders erzählt. Und genau das macht das Universum so spannend: Es zeigt, dass Realität nicht eine Geschichte ist, sondern viele. Dass Wahrheit Perspektive ist. Dass Konflikte nicht gelöst werden, indem man sie ignoriert — sondern indem man sie versteht.
Die sieben Filme sind sieben Spiegel. Sie zeigen dieselbe Stadt, dieselben Menschen, dieselben Fragen — aber in sieben verschiedenen Lichtverhältnissen.
Und vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis dieses Universums:
Eine Stadt ist nie nur das, was sie ist. Sie ist immer auch das, was sie sein könnte. Und das, was sie vermeiden will. Und das, was sie noch nicht versteht.
Ravensburg ist überall. Ravensburg ist jede Stadt. Ravensburg ist wir. Wenn es da in der Realität nicht RAVENSBURG gäbe ...